Keller nach Überschwemmung trocknen und Feuchtigkeitsschäden vorbeugen

Keller nach Überschwemmung trocknen und Feuchtigkeitsschäden vorbeugen

Wenn der Keller nach Starkregen oder Hochwasser unter Wasser steht, ist der Schreck groß. Das Wasser muss raus, die Feuchtigkeit beseitigt und die Schäden begrenzt werden – und das möglichst schnell. Ein feuchter Keller kann sonst zu Schimmelbildung, muffigem Geruch und beschädigten Bauteilen führen. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihren Keller effektiv trocknen und künftige Feuchtigkeitsschäden vermeiden.
Sicherheit geht vor
Bevor Sie mit der Arbeit beginnen, sollten Sie sicherstellen, dass der Aufenthalt im Keller gefahrlos ist. Wasser und Strom sind eine gefährliche Kombination.
- Strom abschalten: Schalten Sie die Sicherungen für den Keller aus, bevor Sie hinuntergehen. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie einen Elektriker prüfen, ob alles spannungsfrei ist.
- Schutzkleidung tragen: Gummistiefel, Handschuhe und gegebenenfalls eine Atemschutzmaske schützen Sie vor verunreinigtem Wasser.
- Vorsicht bei Abwasser: Wenn das Wasser aus der Kanalisation stammt, enthält es möglicherweise Bakterien. Waschen Sie sich nach der Arbeit gründlich.
Erst wenn der Keller sicher betreten werden kann, sollten Sie mit dem Abpumpen beginnen.
Wasser schnell entfernen
Je schneller das Wasser entfernt wird, desto geringer sind die Folgeschäden. Verwenden Sie eine Tauchpumpe oder einen Nass-/Trockensauger, um das stehende Wasser abzupumpen. Solche Geräte können Sie in Baumärkten oder bei Geräteverleihern mieten.
Entfernen Sie anschließend mit Besen, Schrubbern und Lappen die restliche Feuchtigkeit. Nasse Teppiche, Kartons und Möbel sollten entsorgt werden, da sie Schimmelsporen speichern können.
Gründlich trocknen
Nachdem das Wasser entfernt ist, beginnt die wichtigste Phase: das Trocknen. Je nach Wassermenge kann das mehrere Tage oder Wochen dauern.
- Gut lüften: Öffnen Sie Fenster und Türen, wenn die Außenluft trocken ist.
- Luftentfeuchter einsetzen: Mehrere Geräte beschleunigen die Trocknung, besonders in größeren Kellern.
- Heizen mit Maß: Eine moderate Temperatur unterstützt die Verdunstung, zu viel Wärme kann jedoch Feuchtigkeit tiefer in Wände und Böden treiben.
- Feuchtigkeit messen: Mit einem Hygrometer können Sie die Luftfeuchtigkeit kontrollieren. Werte unter 60 % sind ein gutes Ziel.
Bei stark durchnässten Wänden oder Böden ist es ratsam, einen Bautrockner oder Fachbetrieb für Wasserschadensanierung hinzuzuziehen.
Reinigung und Desinfektion
Ist der Keller trocken, folgt die gründliche Reinigung. Verwenden Sie Wasser und Allzweckreiniger für Oberflächen. Wenn Abwasser eingedrungen ist, empfiehlt sich eine Desinfektion mit einem milden Chlor- oder Alkoholreiniger, um Keime und Gerüche zu beseitigen.
Kontrollieren Sie Wände und Böden auf Verfärbungen oder Schimmelspuren. Bei sichtbarem Schimmel sollten Sie einen Fachmann beauftragen – unsachgemäße Entfernung kann gesundheitsschädlich sein.
Ursache der Überschwemmung finden
Damit sich der Schaden nicht wiederholt, sollten Sie die Ursache ermitteln.
- Kanalisation prüfen: Bei Rückstau aus der Kanalisation kann ein Rückstauventil oder Hochwasserschutzsystem helfen.
- Dachrinnen und Fallrohre kontrollieren: Sie müssen frei sein, damit Regenwasser abfließen kann.
- Lichtschächte und Kellerfenster abdichten: Achten Sie auf intakte Dichtungen und funktionierende Abläufe.
- Drainage überprüfen: Eine funktionierende Drainage leitet Wasser vom Fundament weg.
- Hochwasserschutzmaßnahmen: In gefährdeten Gebieten können mobile Schutzwände oder Rückstauklappen sinnvoll sein.
Ein Sanitär- oder Tiefbau-Fachbetrieb kann Sie beraten, welche Maßnahmen für Ihr Haus geeignet sind.
Feuchtigkeit langfristig vermeiden
Auch ohne Überschwemmung ist der Keller anfällig für Feuchtigkeit. Mit den richtigen Maßnahmen bleibt er dauerhaft trocken.
- Regelmäßig lüften – am besten in den kühlen, trockenen Morgenstunden.
- Keine Gegenstände direkt auf dem Boden lagern – nutzen Sie Regale oder Kunststoffboxen.
- Luftfeuchtigkeit überwachen – ein Hygrometer hilft, frühzeitig Probleme zu erkennen.
- Abläufe und Dachrinnen regelmäßig reinigen – so wird Regenwasser zuverlässig abgeleitet.
- Fachgerechte Abdichtung prüfen – bei wiederkehrender Feuchtigkeit kann eine Außenabdichtung oder Horizontalsperre notwendig sein.
Hilfe im Schadensfall
Wenn Sie unsicher sind, wie groß der Schaden ist, oder wenn Schimmel auftritt, sollten Sie Fachleute für Wasserschadensanierung oder Bauwerksabdichtung hinzuziehen. Diese können den Feuchtigkeitsgehalt messen und geeignete Sanierungsmaßnahmen empfehlen.
Kontaktieren Sie außerdem frühzeitig Ihre Versicherung. Viele Wohngebäudeversicherungen decken Schäden durch Starkregen oder Rückstau ab, wenn eine entsprechende Zusatzversicherung („Elementarschadenversicherung“) besteht.
Ein trockener Keller schützt das ganze Haus
Eine Überschwemmung im Keller ist belastend, doch mit schneller Reaktion und den richtigen Schritten lassen sich größere Schäden vermeiden. Ein trockener, sauberer und gut belüfteter Keller sorgt nicht nur für ein besseres Raumklima, sondern schützt auch die Bausubstanz Ihres Hauses langfristig vor Feuchtigkeit und Schimmel.










