Stellen Sie den historischen Ausdruck des Hauses mit der richtigen Fugenart wieder her

Mit der passenden Fugenart den authentischen Charme historischer Fassaden bewahren
Maurer
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5 min
Die Fugen eines Mauerwerks prägen das Erscheinungsbild eines Hauses entscheidend. Erfahren Sie, wie Sie durch die Wahl der richtigen Fugenart den ursprünglichen Charakter Ihres Gebäudes erhalten oder bei einer Sanierung stilgerecht wiederherstellen können.
Rafael Weber
Rafael
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Stellen Sie den historischen Ausdruck des Hauses mit der richtigen Fugenart wieder her

Mit der passenden Fugenart den authentischen Charme historischer Fassaden bewahren
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5 min
Die Fugen eines Mauerwerks prägen das Erscheinungsbild eines Hauses entscheidend. Erfahren Sie, wie Sie durch die Wahl der richtigen Fugenart den ursprünglichen Charakter Ihres Gebäudes erhalten oder bei einer Sanierung stilgerecht wiederherstellen können.
Rafael Weber
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Das Mauerwerk ist eines der prägendsten Elemente eines Gebäudes – und die Fugen tragen weit mehr zum Gesamteindruck bei, als viele denken. Die Art, wie Ziegel verfugt sind, verrät nicht nur etwas über das handwerkliche Können, sondern auch über das Alter und den Stil des Hauses. Wer eine Sanierung plant, sollte daher die passende Fugenart wählen, um den ursprünglichen Charakter des Hauses zu bewahren oder wiederherzustellen.

Warum Fugen so wichtig sind

Fugen machen bis zu 20 Prozent der sichtbaren Mauerfläche aus. Sie verbinden nicht nur die Steine, sondern schützen die Wand auch vor Witterungseinflüssen. Gleichzeitig haben sie eine große ästhetische Bedeutung: Farbe, Tiefe und Form der Fugen können das Erscheinungsbild einer Fassade grundlegend verändern.

Ein Haus aus der Gründerzeit mit handgeformten Ziegeln und weichen Kalkfugen wirkt ganz anders als ein Gebäude aus den 1970er-Jahren mit harten Zementfugen. Wird bei einer Instandsetzung die falsche Fugenart verwendet, kann das Ergebnis unpassend wirken – und im schlimmsten Fall das Mauerwerk schädigen.

Klassische Fugenarten in der deutschen Baugeschichte

In der deutschen Baukultur haben sich über die Jahrhunderte verschiedene Fugenformen etabliert. Zu den häufigsten zählen:

  • Zurückliegende Fuge – typisch für historische Gebäude. Die Fuge liegt leicht vertieft und betont so die Struktur der Ziegel.
  • Glattfuge – häufig bei modernen Bauten, wo ein gleichmäßiges, ruhiges Erscheinungsbild gewünscht ist.
  • Hohlkehlfuge (konkave Fuge) – beliebt in der Mitte des 20. Jahrhunderts; sie wird mit einem Fugeisen geformt und leitet Regenwasser gut ab.
  • Schrägfuge – erzeugt eine markante Schattenwirkung und wurde oft bei Fassaden der Nachkriegszeit verwendet.
  • Bürsten- oder Kratzfuge – bei älteren Gebäuden des 19. Jahrhunderts verbreitet, mit rustikalem, handwerklichem Charakter.

Bei der Wahl der Fugenart sollte man sich am Baujahr und Stil des Hauses orientieren. Alte Fotos, Nachbargebäude oder historische Bauunterlagen können wertvolle Hinweise liefern.

Das richtige Material macht den Unterschied

Neben der Form ist das Material entscheidend. In älteren Mauerwerken wurde traditionell Kalkmörtel verwendet – ein weiches, diffusionsoffenes Material, das Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben kann. Es ermöglicht dem Mauerwerk, zu „atmen“ und sich den jahreszeitlichen Schwankungen anzupassen. Wird stattdessen ein harter Zementmörtel eingesetzt, kann dies zu Spannungen, Rissen und Frostschäden führen.

Ab den 1950er-Jahren kamen zunehmend zementhaltige Mörtel zum Einsatz. Sie sind fester und wasserabweisender, eignen sich aber nur für hart gebrannte Ziegel, die diese Belastung vertragen.

Wer unsicher ist, sollte eine Mörtelanalyse durchführen lassen. So lässt sich die Zusammensetzung des ursprünglichen Materials bestimmen und eine passende Mischung für die Sanierung finden.

Wann Fugen erneuert werden sollten

Fugen sind der Witterung ständig ausgesetzt und altern mit der Zeit. Anzeichen für eine notwendige Erneuerung sind:

  • Die Fugen bröckeln, wenn man leicht mit einem Schraubendreher darüber kratzt.
  • Es zeigen sich Risse oder Hohlstellen, durch die Wasser eindringen kann.
  • Die Fugen sind dunkel, porös oder lösen sich vom Ziegel.

Sind nur einzelne Bereiche betroffen, reicht oft eine Teilsanierung. Wenn jedoch die gesamte Fassade geschwächt ist, empfiehlt sich eine komplette Neuverfugung. Das ist zwar aufwändiger, verlängert aber die Lebensdauer des Mauerwerks erheblich.

Neuverfugung – ein Handwerk mit Präzision

Eine fachgerechte Neuverfugung erfordert Erfahrung und Sorgfalt. Zunächst werden die alten Fugen etwa 15–20 mm tief ausgekratzt, damit der neue Mörtel gut haftet. Anschließend wird in mehreren Schichten neu verfugt, damit der Mörtel gleichmäßig abbinden kann. Zum Schluss wird die Fuge mit dem passenden Werkzeug geformt – je nach gewünschtem Stil.

Wichtig ist, dass die Arbeiten bei trockenem Wetter und moderaten Temperaturen erfolgen. Zu starke Sonneneinstrahlung oder Frost können die Aushärtung beeinträchtigen. Besonders bei historischen Gebäuden lohnt es sich, einen Maurer oder Restaurator mit Erfahrung in Denkmalpflege zu beauftragen.

Den Charakter des Hauses bewahren

Mit der richtigen Fugenart leisten Sie mehr als nur Instandhaltung – Sie tragen dazu bei, den ursprünglichen Ausdruck und die handwerkliche Qualität Ihres Hauses zu erhalten. Das steigert nicht nur den Wert der Immobilie, sondern auch die Freude am authentischen Erscheinungsbild.

Ein Haus mit originalgetreuen Materialien und sorgfältig ausgeführten Fugen erzählt seine Geschichte weiter – und bleibt für kommende Generationen ein Stück lebendige Baukultur.

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